Beispiel-Projekt 3

Alltagsbezogene Gesundheitsförderung bei Familien und Erwachsenen in schwierigen Lebenslagen

Gefördert von dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) – Abteilung 3 Verbraucherschutz und Ernährung – Referat 38 Ernährung

Laufzeit: 06.2015 – 01.2016

In einer der reichsten europäischen Nationen, der Bundesrepublik Deutschland, ist ein wachsender Anteil der Bevölkerung von Armut bedroht [1]. Soziale Ungleichheit geht einher mit einer erhöhten Sterblichkeit von Menschen in schwierigen Lebenslagen [2, 3]. Gründe  hierfür sind vielfältige psychosoziale Belastungen wie Zukunftssorgen oder Ausgrenzungserfahrungen, geringere Gesundheitsressourcen aber auch Unterschiede im Lebensstil [3, 4]. Erwachsene, die von Armut gefährdet sind, rauchen öfter, weisen eine geringere sportliche Aktivität auf und ernähren sich häufiger ungünstig als Personen höherer Einkommensgruppen [2, 5].

Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR) setzt sich seit mehreren Jahren verstärkt für die Ernährungsbildung und alltagsbezogene Gesundheitsförderung von Menschen in schwierigen Lebenslagen ein. Hierzu entwickelt es Projekte, die Personen in verschiedenen Lebensphasen über unterschiedliche Zugangswege erreichen sollen. In Hinblick auf die Weiterentwicklung und Qualitätssicherung dieser Angebote kooperiert das MLR aktuell mit dem Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd.

Ziel ist, die alltagspraktische Relevanz der MLR-Projekte aus der Sicht der teilnehmenden Familien in den Mittelpunkt zu stellen und nutzbar zu machen. Darüber hinaus werden die bisherigen Erfahrungen von Ernährungsreferentinnen und Lehrenden zum Umgang mit den Lehrmaterialien erhoben. Der Forschungsplan sieht dafür neben einer ausführlichen Dokumentenanalyse verschiedene Fokusgruppen und leitfadengestützte Interviews vor. Ergänzend finden Gespräche mit den Expertinnen und Experten des MLR und der Landwirtschaftsämter statt.

Durchgeführt wird das Vorhaben von zwei Masterstudierenden des Studiengangs Gesundheitsförderung im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten unter der fachlichen Begleitung von Prof. Dr. Petra Lührmann und Dr. Ulla Simshäuser von der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd.

  • Teilprojekt 1 fokussiert die Sicht der Lehrenden
  • Teilprojekt 2 fokussiert die Sicht der Familien und teilnehmenden Erwachsenen.

 

Die Gruppendiskussionen wurden im September und Oktober 2015 erfolgreich an verschiedenen Standorten durchgeführt. Derzeit läuft die Auswertung des gesundheitswissenschaftlichen Forschungsprojekts. Die Ergebnisse der Auswertung sollen es ermöglichen, die bisherigen Angebote weiter zu entwickeln und die Erfahrungen und Empfehlungen der Betroffenen für die weitere Gestaltung zu nutzen.

Projektleitung:

Prof. Dr.  Petra Lührmann, Dr. Ulla Simshäuser, M.Sc. Katja Schleicher

Mitarbeit:

B.Sc. Bettina Strempel, B.Sc. Daniel Peter

 

Literatur:

  1. Bundesministerium für Arbeit und Soziales (2013) Lebenslagen in Deutschland. 4. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Berlin: BMAS. URL: www.bmas.de. Zugriff 07.10.2014
  2. Lampert T (2011) Armut und Gesundheit. In: Schott T, Hornberg C (Hg.) Die Gesellschaft und ihre Gesundheit. 20 Jahre Public Health in Deutschland: Bilanz und Ausblick einer Wissenschaft. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden: 575-597
  3. Lampert T, Kroll LE, Kuntz B und Ziese T (2013) Gesundheitliche Ungleichheit. In: Statistisches Bundesamt (Destatis), Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und Sozio-oekonomische Panel (SOEP) (Hg.): Datenreport 2013. Ein Sozialbericht für die Bundesrepublik Deutschland. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung: 259-271
  4. Eberle U, Hayn D, Rehaag R und Simshäuser U. (Hrsg.) (2006). Ernährungswende: Eine Herausforderung für Politik, Unternehmen und Gesellschaft. München, Oecom
  5. Simpson F und Lührmann P. Ernährungssituation von Personen aus Armutshaushalten: eine Auswertung der Daten der Nationalen Verzehrsstudie II unter Berücksichtigung von Schulbildung und Ernährungswissen . Ernährungs Umschau 62 (3), 34-43, 2015. DOI 10.4455/eu.2015.006

Kontakt

Katja Schleicher (M.Sc.)
Geschäftsführung

Tel:  +49 7171 983 120 
Mail: kgz(via)ph-gmuend.de

Kompetenzzentrum Gesundheitsförderung – KGZ
Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd
Oberbettringer Straße 200
D-73525 Schwäbisch Gmünd